bei dem der Schütze nur verlieren kann !?
Gut 80% aller Elfmeter finden den Weg ins Tor. Bei Weltmeisterschaften sind es sogar noch mehr, und die alte Weisheit, dass der Gefoulte nicht selber schießen sollte, ist zumindest rechnerisch unbegründet. Denn wenn gefoulte Spieler selber antreten, versenken sie sogar über 90% der Strafstöße. Von 1963 bis 2004 wurde in über 12.000 Erstliga-Spielen 3619-mal auf Strafstoß entschieden, wovon 2687 verwandelt, 680 gehalten und 252 verschossen wurden.

Bei diesen Zahlen verwundert es nicht, dass vom Schützen erwartet wird, den Elfer zu versenken, und er deshalb eigentlich nur verlieren kann. Aber was spielt sich vor dem Schuss in den Köpfen der Schützen ab? Gibt es diese unendlichen Überlegungen wie: "Das letzte Mal habe ich nach links geschossen, doch rechnet der Keeper damit? Dann schieße ich lieber nach rechts, aber wenn er glaubt, dass ich weiß, dass er das denkt, schieße ich doch lieber wieder nach links, aber ... oder ..."?

-- Anlaufen, schießen und treffen --

Sicher ist, dass eine solche Überlegung die Konzentration stört und die Wahrscheinlichkeit, den Elfmeter zu verschießen, erhöht. Deswegen ist es besser, das Hirn auszuschalten und einen Automatismus zu entwickeln, bei dem die Fans, der Trainer und das gesamte Umfeld ausgeblendet werden. Wo es nur noch den Schützen selbst, den Keeper und den Ball gibt, wenn es heißt: anlaufen, schießen und treffen, und sich nicht von psychologischen Tricks des Schlussmannes ablenken lassen.

-- Aber wer sind die wirklichen Elfmeterspezialisten? --

Superstars wie Pélé, David Beckham oder Franz Beckenbauer sind es nicht. Denn laut Statistik trafen "Durchschnittsspieler" öfter als die bekannten Größen ihrer Zeit.

Manfred Kaltz hat in der Bundesliga die meisten Elfmeter verwandelt (53 von 60), während Gerd Müller die meisten verschoß (12 von 63). Auch Hans-Jörg Butt sollte hier erwähnt werden, der in der Bundesliga nicht nur 26 Elfmeter verwandelt hat, sondern auch viele entschärfen konnte.

Solange das Runde im Eckigen landet, ist es letztendlich egal wie der Ball dort hin gelangt, ob besonders hart, platziert oder trickreich. Wobei es schon fast arrogant wirkt, wenn Elfmeter in die Mitte des Tores gelupft werden und der Keeper hilflos in eine Ecke springt, wie es zum Beispiel Francesco Totti im Spiel Italien gegen Holland bei der EM 2000 gelang.

Besonders oft werden wichtige Elfmeter bei engen Spielständen gegen Ende der Spielzeit verwandelt, während zu Beginn des Spiels und bei schon entschiedenen Spielen überproportional viele Elfer vergeben werden.

Dabei erinnert sich wohl jeder gerne an den Elfmeter, den Andreas Brehme 1990 im Finale gegen Argentinien versenkte, weil Lothar Matthäus sich mit gerade gewechselten Schuhen nicht sicher fühlte, und Deutschland so zum dritten WM-Titel schoss.
Elfmeter ist, wenn der Schiedsrichter pfeift ...

Dies geschieht, wenn ein Regelverstoß (z.B. Foul oder Handspiel), der einen direkten Freistoß nach sich zieht, im Strafraum begangen und vom Schiedsrichter gepfiffen wird und heißt eigentlich Strafstoß.

Der Strafstoß wird exakt 10,9728m (12 Yards) von der Torlinie Richtung Mittelpunkt ausgeführt, wobei alle Spieler außer dem Schützen und dem Torwart mindestens 9,144m (10 Yards) vom Elfmeterpunkt entfernt sein sowie hinter dem Ball und außerhalb des Strafraums stehen müssen.
Die schwächsten Elfmeterschützen der Bundesliga

1. Manfred Pohlschmidt ... 6 von 8 vergeben
...
5. Sergej Barbarez ... 3 von 5 vergeben
Die erfolgreichsten Elfmeterschützen der Bundesliga

1. Manfred Kalt ... 53 Treffer
2. Gerd Müller ... 51 Treffer
...
5. Paul Breitner ... 31 Treffer
...
11. Hans-Jörg Butt ... 26 Treffer
...
20. Stefan Effenberg ... 18 Treffer
...
30. Thomas Häßler ... 16 Treffer
...
35. Marcelinho ... 15 Treffer